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SAROS 153

Partielle Sonnenfinsternisse 1960, 1978, 1996, 2014, 2032, 2050

Saros 153

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SAROS 153 IM ÜBERBLICK

Mit 70 Finsternissen besitzt Saros 151 eine unterdurchschnittliche Länge. Die Serie ist noch sehr jung; sie begann erst am 28.07.1870 mit einer bescheidenen partiel­len SoFi in der Arktis. Es folgten weitere 12 partielle Finsternisse mit ganz allmählich zunehmender Größe. Am 28.01.2101 wird die erste Ringförmige SoFi stattfinden, bei der die Zentrallinie die Erde wie auch bei den 3 nächsten Finsternissen noch verfehlt. Diese SoFis sind also nicht-zentral. Die sonst übliche Angabe der Finsternisdauer am Maximumspunkt ist somit nicht möglich, weil es einen solchen gar nicht gibt. Bei der 5 und 6. Ringförmigen SoFi des Saros 153 erreicht die Zentrallinie zwar die Erde (die Finsternisdauer am Maximumspunkt beträgt jeweils knapp 7 Minuten), aber immer noch verfehlt ein Teil des Gegenschattens die Erde. Es handelt sich um zentrale Finsternisse mit nur einer Begrenzung des Gegenschattens; dieser zeichnet daher eine halbkreisförmige Schattenzone, welche vom Terminator begrenzt wird, auf die Erdoberfläche. Dass 6 Finsternisse, bei denen die Zentralzone nicht mit vollem Duchmesser auf die Erde fällt, aufeinander folgen, ist sehr ungewöhnlich und das hervorstechende Merkmal der Saros-Serie 153.
An 21.02.2213 findet im Westen Kanadas die erste von 43 "normalen" Ringförmigen Sonnenfinsternissen statt, deren Länge 6m44s beträgt. In den folgenden zwei Jahrhunderten stagnieren die Zentralzonen bei allmählich bis auf 5m24s abnehmender Annularitätsdauer zwischen dem 52. und 54. nördlichen Breitengrad. Mit Beginn des 25. Jahrhunderts setzt dann eine rasche Verlagerung nach Süden ein, während der die Finsternislänge wieder ansteigt. Die SoFi am 05.09.2537 bringt es auf den für diese Saros-Serie maximalen Wert von 7m11s, am 24.12.2717 sind es immerhin noch 6m00s, wobei der Maximumspunkt bereits im subantarktischen Pazifik bei 61.5°S liegt. Danach wandern die Zentralzonen wieder nach Norden bis in den Bereich des 36. südlichen Breitengrades, welcher Ende des 29. Jahrhunderts erreicht wird. Dabei nimmt die Annularitätsdauer in zunehmend größeren Schritten ab. Die letzte Ringförmige SoFi im Saros 153 am 26.05.2970 - nunmehr wieder auf 55°S - bringt es noch auf 1m26s. Es folgen noch 8 Partielle SoFis, deren letzte am 22.08.3114 in der Antarktis zu sehen sein wird.

Die letzten 7 Finsternisse liegen so weit in der Zukunft, dass die NASA keine Karten dafür erstellt hat. Daher umfasst vorstehende Animation nur 63 der 70 SoFis im Saros 153. Gut erkennen kann man aber die Stagnation der Finsterniszonen im 23. und 24. Jahrhundert sowie deren Rückverlagerung nach Norden im 28. und 29. Jahrhundert. Wenn eine Saros-Serie ein solches Verhalten zeigt, liegt dies vor allem an der Neigung der Erd­achse zur Sonne, die im Laufe der Jahres­zeiten wechselt und sich auf die Lage der Finsternispfade auswirkt. Da jede Finsternis einer Saros-Serie rund 11 Tage später im Kalenderjahr eintritt, wandert die Serie in rund 600 Jahren einmal durch das gesamte Sonnenjahr.

HISTORISCHE UND ZUKÜNFTIGE SOFIS DES SAROS 153

Saros 153 hat bislang nur Partielle Sonnenfinsternisse hervorgebracht, und das wird bis zum Ende dieses Jahrhunderts auch so bleiben. Da es sich um aber um Ereignisse handelt, die sich über dichtbesiedelten Gegenden der Nordhalbkugel abspielen, finden sie in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit. Gute Beispiele sind die SoFis vom 12.10.1996 in Mitteleuropa und vom 23.10.2014 in den USA. Hinzu kommt, dass die partiellen Finsternisse des Saros 153 jeweils in den gleichen Gebieten stattfinden, in denen knapp 3 Jahre später Totale Sonnenfinsternisse des Saros 145 auftreten. Für das astronomisch interessierte Publikum in den betreffenden Regionen stellen sie also eine willkommene Generalprobe dar - so insbesondere die beiden oben erwähnten der Jahre 1996 und 2014 für den 11.08.1999 in Deutschland bzw. den 21.08.2017 in den USA.

20.09.1960
02.10.1978
12.10.1996
23.10.2014
03.11.2032
14.11.2050

Obwohl Saros 153 mehrere Jahrhunderte lang ringförmige Finsternisse in mittleren nördlichen Breiten hervorbringt, trifft nur einmal, am 10.06.2393, eine Zentralzone den deutschsprachigen Raum. An jenem noch fernen Sommertag überstreicht die Zentralzone von Frankreich kommend den Südwesten und Süden Deutschlands, den Norden der Schweiz sowie große Teile von Österreich.

Verlauf der Zentralzone der Ringförmigen Sonnenfinsternis am 10.06.2393
Verlauf der Zentralzone der Ringförmigen Sonnenfinsternis am 10.06.2393.

Verlauf der Zentralzone der Ringförmigen Sonnenfinsternis am 10.06.2393
Verlauf der Zentralzone der Ringförmigen Sonnenfinsternis am 10.06.2393 durch den deutschsprachigen Raum.

Fred Espenak: Saros Series 153

Sonnenfinsternis.org: Generalprobe für 1963 - Partielle Sonnenfinsternis am 20.09.1960

Sonnenfinsternis.org: Generalprobe für 1981 - Partielle Sonnenfinsternis am 02.10.1978

Sonnenfinsternis.org: Die Generalprobe - Partielle Sonnenfinsternis am 12.10.1996

Sonnenfinsternis.org: Generalprobe für 2017 - Partielle Sonnenfinsternis am 23.10.2014

Sonnenfinsternis.org: Generalprobe für 2035 - Partielle Sonnenfinsternis am 03.11.2032

Sonnenfinsternis.org: Generalprobe für 2053 - Partielle Sonnenfinsternis am 14.11.2050

LITERATUR ZU SAROS 153 UND SEINEN FINSTERNISSEN

Literaturangaben zu den SoFis des Saros 153 ab dem Jahr 1960 finden sich auf unseren Info-Seiten zu den jeweiligen Finsternissen.

Anonymus (1942a): Partial solar eclipse 1942 September 10. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society 102, 275.

Anonymus (1942b): L'Eclipse Partielle de Soleil du 10 Septembre 1942. L'Astronomie 56, 161-164.

De Bi&egarve;vre, C. (1943): Observations photografique de l'éclipse de Soleil du 10 septembre 1942. Ciel et Terre 59, 112-113.

Moreau, F. (1943): Observations de l'éclipse partielle de Soleil du 10 septembre 1942. Ciel et Terre 59, 112.

Oriano de Vaucouleurs, G. (1943): Mesures des Cordes pendant l'Eclipse de Soleil du to Septembre 1942. Journal des Observateurs 26, 37-42.

Sanders, P. (1943): Comparaison des diverses méthodes de réduction d'observations d'éclipses de Soleil par mesure des cordes et application à l'observation photographique de l'éclipse du 10 septembre 1942 de M. De Bièvre. Ciel et Terre 59, 113-114.